Redebeitrag vom 1.Mai

Die Linksjugend Nienburg wurde vom DGB zum 1.Mai eingeladen einen Redebeitrag unter dem Motto „Europa. Jetzt aber Richtig! – Auf die Straße für ein solidarisches & gerechtes Europa!“ eingeladen. Hier könnt ihr den Redebeitrag unserer Sprecherin noch mal nachlesen.


Heute am 1.Mai, dem internationalen Kampftag der Arbeiter*innenklasse, ist es mir und der Linksjugend wichtig, die Internationalität besonders zu betonen.

Denn der Kampf der Befreiung ist ein internationaler Kampf. Egal, ob Großbritannien, Russland, Deutschland, Brasilien oder Lybien. Er wird überall auf der Welt ausgetragen,

Heute ist auch das Mittelmeer ein Ort an dem um die Befreiung der Menschheit gekämpft wird.

Denn, Wenn wir über Respekt reden, dann müssen wir auch über diejenigen reden, die zurückbleiben und über die, die für die Werte Solidarität, Freiheit und Gerechtigkeit gerade stehen.

Allein 2018 starben mehr als 1400 Menschen auf der Flucht in ein gerechteres Leben. Unzählige Geflüchtete, die es trotzdem nach Europa geschafft haben, werden monatelang in Massenlagern festgehalten.

Es sind die Toten des Mittelmeers und an den Außengrenzen, die das Konstrukt Europa entlarven und Respektlosigkeit zeigen.

Respektlosigkeit gegenüber den Menschenrechten und den Opfern von Kapitalismus und Krieg.

Seit etwa einem Jahr gibt es eine Bewegung, die dieser Respektlosigkeit eine Alternative, eine Rettung und Hoffnung entgegenstellt.

Sie heißt Seebrücke.

Diese Bewegung kommt aus der Jugend und von denen, die die Festung Europa aus Respekt vor den Menschenrechten zerschlagen wollen.

Die Seebrücke schafft in den letzten Monaten immer mehr sichere Hafen in Deutschland. Kommunen, die sich bereit erklären Menschen, die aus Seenot gerettet werden aufzunehmen.

Denn wenn Rettungsboote in Häfen festgesetzt werden, Schiffe mit geretteten Menschen an Bord festgehalten werden oder an keinem Hafen anlaufen dürfen dann ist es unsere Pflicht zu helfen.

Es ist unsere Pflicht diesen Menschen einen sicheren Hafen zu bieten.

Und dann ist es auch unsere Pflicht, die Seenotretter*innen nicht vor Gericht, nicht in den Knast zu schicken, sondern sich auch mit ihnen zu solidarisieren, sie zu unterstützen und jedes von ihnen gerettete Leben zu feiern.

Schluss mit der Kriminalisierung von Seenotretter*innen.

Jetzt stellt sich die Frage: Warum ist nicht ganz Deutschland ein sicherer Hafen? Und warum ist Nienburg kein sicherer Hafen?

Im Stadtrat wurde der Antrag mit Stimmen der SPD abgelehnt, unter der Begründung solch eine Positionierung würde niemandem helfen.

Wir halten die Ablehnung solcher Positionen für eine Bankrotterklärung.

Wir fordern die Solidarisierung mit den Seenotretter*innen aus Respekt vor ihrer Leistung ein.

Wir fordern Respekt dem Leben der Geflüchteten gegenüber ein, indem sichere Fluchtwege geboten werden.

Und zuletzt, und man sollte meinen das wäre selbstverständlich, fordern wir Respekt den Menschenrechten gegenüber ein.

Fähren statt Frontex!